Newsletter Klickrate auswerten: Zahlen richtig lesen

Newsletter Klickrate auswerten mit geordneten Kennzahlen am Laptop

Newsletter Klickrate auswerten heißt: Du prüfst nicht nur einen Prozentwert, sondern verbindest Empfängerzahl, einzelne Links, Zielseite und gewünschte Folgehandlung. Die Klickrate zeigt, wie viele zugestellte Nachrichten mindestens einen erfassten Klick ausgelöst haben. Sie sagt allein weder, ob der Leser den Inhalt verstanden hat, noch ob auf der Zielseite eine Anmeldung oder ein Kauf erfolgte.

Für eine brauchbare Auswertung brauchst du einen festen Versandzweck. Soll der Newsletter einen Blogartikel öffnen, eine Checkliste ausliefern oder zu einer Angebotsseite führen? Erst wenn dieser nächste Schritt feststeht, lässt sich ein Klick sinnvoll einordnen.

Was die Klickrate zeigt und was sie offenlässt

Versanddienste berechnen Kennzahlen nicht immer gleich. Prüfe deshalb die Definition in deinem System. Mailchimp beschreibt die Klickrate als Anteil der zugestellten E Mails, für die mindestens ein Klick registriert wurde. Diese Definition findest du in der Mailchimp Hilfe zu Öffnungen und Klicks.

Unterscheide eindeutige klickende Kontakte und die Gesamtzahl aller Klicks. Ein Empfänger kann denselben Link mehrfach öffnen. Die Gesamtzahl beschreibt Aktivität, während eindeutige Klicker besser zeigen, wie viele Kontakte gehandelt haben. Benenne in deiner Tabelle immer, welche Größe du übernommen hast.

Automatische Sicherheitssysteme öffnen Links teilweise vor dem Empfänger. Mailchimp weist darauf hin, dass Bot Aktivität Öffnungswerte und Klickwerte erhöhen kann. Nutze vorhandene Filter deines Versanddienstes und behandle kleine Abweichungen nicht sofort als redaktionellen Erfolg oder Misserfolg.

Vor der Auswertung ein Ziel je Versand festlegen

Notiere vor dem Versand eine Hauptaktion. Bei einem Themennewsletter lautet sie etwa: „Leser öffnen den neuen Ratgeber.“ Weitere Links dürfen vorhanden sein, doch eine Hauptaktion erleichtert die Bewertung.

Ordne jedem Link eine Aufgabe zu. Ein Logo führt zur Startseite, ein Textlink zum Artikel und eine Schaltfläche zum Download. Wenn fünf unterschiedliche Ziele gleich stark erscheinen, verteilt sich die Aufmerksamkeit. Dann sagt eine gemeinsame Klickrate wenig über einen einzelnen Inhalt aus.

Prüfe außerdem, ob der verlinkte Inhalt das Versprechen des Linktextes erfüllt. Ein Link „Checkliste herunterladen“ darf nicht auf einer allgemeinen Startseite enden. Beschreibende Linktexte helfen Lesern und erleichtern dir später die Zuordnung.

Newsletter Klickrate auswerten: Vier Ebenen trennen

Beginne mit der Versandebene. Notiere zugestellte Nachrichten, eindeutige Klicker, Klickrate, Abmeldungen und Zustellfehler. Vergleiche diese Werte nur mit Newslettern, die eine ähnliche Aufgabe und Empfängergruppe hatten.

Wechsle danach zur Linkebene. Prüfe, welcher Link wie oft angeklickt wurde. Ein hoher Anteil auf einem Nebenlink kann zeigen, dass die Hauptaktion unklar war oder dass das Nebenthema stärker zum Interesse der Empfänger passte.

Newsletter Klickrate auswerten

Newsletter Klickrate auswerten

Die dritte Ebene ist die Zielseite. Ein Klick beweist nur, dass die Seite aufgerufen wurde. Prüfe dort, ob Besucher den Artikel lesen, das Formular erreichen oder die gewünschte Handlung abschließen. Die vierte Ebene ist die zeitliche Einordnung: Vergleiche gleiche Zeitfenster nach dem Versand.

Versandebene

Die Klickrate eignet sich für einen ersten Überblick. Ergänze die absolute Zahl eindeutiger Klicker. Bei kleinen Listen wirken wenige Klicks im Prozentwert groß. Die absolute Zahl verhindert, dass du die Aussage überbewertest.

Linkebene

Eine Klickkarte oder Linkliste zeigt, welche Stellen genutzt wurden. Prüfe Textlinks, Bilder und Schaltflächen getrennt, sofern dein System diese Daten ausgibt. Mehrere Links zum selben Ziel sollten in deiner Auswertung als gemeinsames Ziel und zusätzlich als einzelne Platzierung erscheinen.

Zielseitenebene

Nutze eine einheitliche Kennzeichnung, damit du Besuche aus dem Newsletter in deiner Webanalyse wiederfindest. Der Beitrag UTM Parameter erstellen erklärt Quelle, Medium, Kampagne und Inhalt. Verwende feste Schreibweisen, damit nicht mehrere fast gleiche Einträge entstehen.

Folgehandlung

Definiere die gewünschte Handlung auf der Zielseite. Bei einem Blogartikel kann das ein weiterer interner Link sein. Bei einer Checkliste ist es die bestätigte Anforderung. Bei einer Angebotsseite ist ein Kauf nur dann zuordenbar, wenn dein Messaufbau und deine Datenschutzvorgaben diese Zuordnung erlauben.

Links sauber kennzeichnen

Lege vor dem Versand ein Namensschema fest. Nutze zum Beispiel als Quelle newsletter, als Medium email und als Kampagne einen kurzen Namen des Themas. Verwende keine personenbezogenen Angaben in Parametern. Die Adresse bleibt dadurch übersichtlich und lässt sich über mehrere Sendungen vergleichen.

Wenn derselbe Artikel über Text, Bild und Schaltfläche verlinkt ist, unterscheide die Platzierung mit einem Inhaltsparameter. So erkennst du, welche Darstellung genutzt wurde. Ändere dabei nur die Kennzeichnung, nicht das eigentliche Linkziel.

Team vergleicht Linkziele und Klickdaten eines Newsletters

Team vergleicht Linkziele und Klickdaten eines Newsletters

Der Beitrag Website Traffic analysieren zeigt, wie du Besucherquelle und Handlung auf der Website getrennt betrachtest. Ein Versandbericht und die Webanalyse messen unterschiedliche Teile desselben Weges. Ihre Zahlen müssen deshalb nicht vollständig übereinstimmen.

Beschreibende Linktexte verwenden

Schreibe Linktexte, die das Ziel benennen. „Anleitung zur Themenplanung lesen“ ist klarer als „Hier klicken“. Mailchimp empfiehlt ebenfalls kurze beschreibende Linktexte und rät von der allgemeinen Formulierung „click here“ ab.

Das W3C erklärt beim Linkzweck im Zusammenhang, dass der Zweck eines Links aus dem Linktext oder seinem verständlichen Kontext hervorgehen soll. Diese Regel unterstützt Menschen, die Links überfliegen oder mit Hilfstechnik als Liste aufrufen.

Verwende nicht für mehrere unterschiedliche Ziele denselben unklaren Text. Beim späteren Bericht fällt die Zuordnung leichter, wenn der Linktext die Aufgabe spiegelt. Das verbessert zugleich die Verständlichkeit der Nachricht.

Vergleiche richtig aufbauen

Vergleiche einen Newsletter nicht wahllos mit allen früheren Sendungen. Eine kurze Serviceinformation, ein neuer Blogartikel und eine Verkaufsaktion verfolgen andere Ziele. Bilde Gruppen nach Versandart, Thema und Empfängersegment.

Nutze dasselbe Auswertungsfenster. Ein Bericht nach zwei Stunden lässt sich nicht fair mit einem Bericht nach sieben Tagen vergleichen. Lege für deine Routine beispielsweise einen frühen Kontrollpunkt und einen späteren Abschluss fest, ohne aus dem frühen Wert vorschnelle Schlüsse zu ziehen.

Berücksichtige die Größe des Segments. Der Beitrag Newsletter Kontakte segmentieren erklärt, wie du Herkunft, Interesse und Phase trennst. Vergleiche ein kleines aktives Segment nicht direkt mit der gesamten Liste.

Typische Fehlinterpretationen

Viele Klicks bedeuten nicht automatisch ein gutes Ergebnis

Ein missverständlicher Link kann viele Klicks erzeugen, obwohl die Zielseite nicht zur Erwartung passt. Prüfe Abbrüche und Folgehandlungen. Klicks sind ein Zwischenschritt, kein vollständiges Geschäftsergebnis.

Wenige Klicks bedeuten nicht automatisch schlechten Inhalt

Vielleicht enthielt die Nachricht die vollständige Antwort und verlangte keinen Klick. Vielleicht war der Link defekt, schlecht sichtbar oder nur für einen kleinen Teil der Empfänger relevant. Prüfe Aufgabe und Aufbau, bevor du das Thema verwirfst.

Öffnungsrate und Klickrate beantworten andere Fragen

Die Öffnungsrate beruht auf technischen Signalen und ist durch Bildblockierung sowie Datenschutzfunktionen eingeschränkt. Die Klickrate zeigt eine stärkere Handlung, bleibt aber ebenfalls technisch beeinflusst. Betrachte beide Werte als Hinweise, nicht als Beweis für Aufmerksamkeit oder Kaufabsicht.

Branchenwerte ersetzen nicht deinen eigenen Verlauf

Allgemeine Vergleichswerte vermischen unterschiedliche Listen, Inhalte und Versandarten. Dein eigener Verlauf innerhalb derselben Versandgruppe ist meist hilfreicher. Er zeigt, ob sich Verhalten nach einer konkreten Änderung verschoben hat.

Eine einfache Auswertungstabelle

Feld Inhalt Frage
Versandziel Eine Hauptaktion Was sollte der Empfänger tun?
Segment Empfängergruppe Wer hat die Nachricht erhalten?
Zugestellt Absolute Zahl Wie groß war die erreichbare Basis?
Eindeutige Klicker Zahl und Anteil Wie viele Kontakte klickten?
Top Link Ziel und Platzierung Welcher nächste Schritt wurde gewählt?
Folgehandlung Ergebnis auf der Zielseite Was geschah nach dem Klick?
Störung Bot Filter, Fehler oder Ausfall Welche Einschränkung betrifft die Daten?

Ergänze nach jedem Versand eine kurze Beobachtung und nur eine geplante Änderung. Beispiel: „Der Textlink zum Ratgeber wurde häufiger genutzt als die Schaltfläche. Beim nächsten passenden Newsletter bleibt das Ziel gleich, aber die Schaltfläche erhält denselben klaren Wortlaut.“ Das ist eine Arbeitshypothese, kein Beweis.

Prüfroutine nach dem Versand

  1. Kontrolliere Zustellfehler und defekte Links.
  2. Notiere eindeutige Klicker und Klickrate.
  3. Prüfe die Verteilung auf einzelne Linkziele.
  4. Filtere erkennbare Bot Aktivität, sofern dein Dienst das unterstützt.
  5. Vergleiche die Besuche auf der Zielseite mit demselben Zeitraum.
  6. Prüfe die gewünschte Folgehandlung.
  7. Dokumentiere eine Beobachtung und die nächste einzelne Änderung.

Wenn du deine Newsletter Klickrate auswerten willst, starte mit einem Versandziel und einer einfachen Tabelle. Trenne Versand, Link, Zielseite und Folgehandlung. So vermeidest du, dass ein einzelner Prozentwert mehr Aussage bekommt, als die Messung tatsächlich hergibt.


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