Inhaltsverzeichnis
- Was eigene Anweisungen leisten
- ChatGPT eigene Anweisungen erstellen: Vorbereitung
- Ein brauchbares Beispiel für das Online Business
- Eigene Anweisungen, Projekte und einzelne Prompts trennen
- Datenschutz und sensible Angaben
- Anweisungen systematisch testen
- Typische Fehler
- Eigene Anweisungen für verschiedene Aufgaben trennen
- KI Unterstützung richtig kontrollieren
- Checkliste vor dem Speichern
ChatGPT eigene Anweisungen erstellen bedeutet, dauerhafte Angaben zu Ziel, Sprache und Arbeitsweise in der Personalisierung zu hinterlegen. Du musst dann wiederkehrende Wünsche nicht in jedem Chat neu schreiben. Gute Anweisungen beschreiben prüfbares Verhalten. Sie ersetzen weder den konkreten Auftrag noch die Kontrolle von Fakten und Ergebnissen.
Beginne nicht mit einem langen Regelwerk. Notiere zuerst, welche Korrekturen du häufig wiederholst. Wenn du immer wieder um kurze Absätze, verständliche Sprache oder Quellen für veränderliche Angaben bittest, eignen sich diese Punkte für dauerhafte Anweisungen.
Was eigene Anweisungen leisten
Eigene Anweisungen geben ChatGPT einen allgemeinen Rahmen für Antworten. Laut der aktuellen OpenAI Hilfe zu benutzerdefinierten Anweisungen werden Änderungen unmittelbar auf Chats angewendet. Die Funktion ist auf Web, Desktop und mobilen Apps verfügbar. Bezeichnungen und Menüpunkte können sich mit Aktualisierungen ändern.
Der Rahmen kann zum Beispiel festlegen, dass Texte für Einsteiger geschrieben werden, Fachbegriffe erklärt werden und unbelegte Versprechen entfallen. Er kann nicht wissen, welches Ziel ein einzelner Newsletter verfolgt oder welche Quelle du für einen neuen Artikel brauchst. Solche Angaben gehören weiterhin in den jeweiligen Auftrag.
Trenne daher allgemeine Präferenzen von Auftragsdaten. Die Anrede mit du kann dauerhaft gelten. Ein Fokus Suchbegriff, eine konkrete Wortzahl oder ein Veröffentlichungsdatum gelten dagegen nur für einen bestimmten Beitrag.
ChatGPT eigene Anweisungen erstellen: Vorbereitung
Sammle zehn typische Antworten aus deiner bisherigen Arbeit. Markiere, was du häufig nachträglich ändern musstest. Ordne die Punkte in Zielgruppe, Ton, Aufbau, Quellen, Grenzen und Ausgabeformat. Streiche Regeln, die nur einmal gebraucht wurden.
Formuliere jede Regel so, dass du sie am Ergebnis prüfen kannst. „Schreibe gut“ ist nicht kontrollierbar. „Erkläre Fachbegriffe beim ersten Auftreten und nutze kurze Absätze“ lässt sich direkt prüfen. Vermeide Regeln, die einander widersprechen, etwa „immer sehr kurz“ und „jedes Thema vollständig behandeln“.

Priorisiere wenige wichtige Regeln. Ein überladener Text kann dazu führen, dass einzelne Vorgaben untergehen oder in unpassenden Situationen angewendet werden. Ergänze lieber später eine Regel, nachdem du ein wiederkehrendes Problem beobachtet hast.
Zielgruppe beschreiben
Nenne Kenntnisse, Aufgabe und Erwartung der Leser. Beispiel: „Die Leser sind Einsteiger im Online Business. Sie kennen grundlegende Internetbegriffe, aber keine Programmierung. Erkläre jeden neuen Fachbegriff in einem kurzen Satz.“ Vermeide erfundene Ängste oder Eigenschaften der Zielgruppe.
Sprache und Ton festlegen
Beschreibe konkrete Merkmale: direkte Anrede, aktive Verben, nüchterner Ton, kurze Absätze und keine leeren Erfolgsversprechen. Eine Liste unerwünschter Floskeln ist sinnvoll, wenn diese regelmäßig auftreten. Sie sollte nicht so lang werden, dass der eigentliche Auftrag in den Hintergrund rückt.
Umgang mit Fakten regeln
Eine belastbare Regel lautet: „Kennzeichne veränderliche Angaben. Nutze aktuelle Originalquellen, wenn Funktionen, Preise, Fristen oder rechtliche Vorgaben betroffen sind. Erfinde keine Zahlen oder Erfahrungen.“ Diese Anweisung verbessert den Prüfprozess, garantiert aber keine Fehlerfreiheit.
Ausgabeform passend halten
Lege nur Formate dauerhaft fest, die fast immer gelten. Für Blogarbeit können das HTML, eine bestimmte Anrede und eine klare Überschriftenstruktur sein. Wenn du im selben Konto auch private Fragen stellst, gehören spezielle Importfelder besser in ein Projekt oder den Einzelauftrag.
Ein brauchbares Beispiel für das Online Business
Ein kompakter Grundtext kann so aussehen: „Antworte klar, sachlich und in deutscher Sprache. Sprich Leser mit du an. Erkläre Fachbegriffe. Trenne überprüfbare Fakten, Anbieterangaben und redaktionelle Einschätzung. Belege veränderliche Aussagen mit aktuellen Originalquellen. Erfinde keine Erfahrungen, Zahlen oder Ergebnisse. Nenne konkrete Bedingungen statt pauschaler Sicherheit. Verwende kurze Absätze und verzichte auf leere Werbeformulierungen.“
Für redaktionelle Aufgaben kannst du ergänzen: „Beginne mit einer direkten Antwort auf die Suchfrage. Prüfe neue Themen gegen vorhandene Inhalte. Lass Veröffentlichung, rechtliche Bewertung und geschäftliche Entscheidungen beim Menschen.“ Der Beitrag Content Briefing erstellen hilft dir, dauerhafte Regeln von den Angaben eines einzelnen Textauftrags zu trennen.
Eigene Anweisungen, Projekte und einzelne Prompts trennen
Eigene Anweisungen gelten breit. Projektanweisungen gelten innerhalb eines abgegrenzten Arbeitsbereichs. Ein Prompt gilt für die aktuelle Aufgabe. Nutze diese drei Ebenen bewusst, damit Regeln nicht mehrfach und widersprüchlich hinterlegt werden.
Eine allgemeine Regel kann lauten, dass du keine erfundenen Erfahrungen möchtest. Im Projekt „Blog“ steht zusätzlich die Zielgruppe und Themenauswahl. Der einzelne Prompt nennt Fokus Suchbegriff, Suchfrage, Umfang und konkrete Quellen. Der Ratgeber ChatGPT Projekte einrichten erklärt den mittleren Rahmen.

Wenn eine Antwort eine Regel missachtet, prüfe zuerst die Ebene. Vielleicht widerspricht der Einzelauftrag der allgemeinen Anweisung. Vielleicht gilt im Projekt eine speziellere Regel. Entferne Doppelungen und entscheide, welche Vorgabe Vorrang haben soll.
Datenschutz und sensible Angaben
Hinterlege keine Passwörter, Kontodaten, vertraulichen Kundendaten oder Gesundheitsinformationen in dauerhaften Anweisungen. Diese Angaben werden für viele Gespräche nicht benötigt und vergrößern unnötig den Datenumfang. Nutze neutrale Rollenbeschreibungen statt vollständiger persönlicher Profile.
OpenAI weist darauf hin, dass relevante Informationen aus Anweisungen an eingesetzte Drittanbieter Erweiterungen gelangen können. Verwende nur vertrauenswürdige Verbindungen und hinterlege nichts, was du einem solchen Dienst nicht übermitteln möchtest. Prüfe außerdem die Datenkontrollen in ChatGPT für dein Konto.
Anweisungen systematisch testen
Nutze drei typische Aufgaben: eine kurze Erklärung, einen redaktionellen Entwurf und eine kritische Prüfung. Vergleiche, ob Sprache, Struktur und Quellenverhalten passen. Bewerte nicht nur eine einzige besonders gelungene Antwort.
Erstelle für den Vergleich eine kleine Testliste. Notiere, ob die direkte Antwort am Anfang steht, ob Fachbegriffe erklärt werden, ob Quellen tatsächlich zur Aussage passen und ob unerwünschte Floskeln fehlen. Bewerte jede Regel einzeln. Ein insgesamt angenehm klingender Text kann trotzdem eine wichtige Quellenregel verletzen.
Teste außerdem eine Aufgabe, für die eine allgemeine Regel nicht sinnvoll ist. Wenn deine Anweisung kurze Antworten fordert, ein komplizierter Sachverhalt aber eine ausführliche Erklärung braucht, sollte der konkrete Auftrag dies übersteuern können. Formuliere in solchen Fällen ausdrücklich: „Behandle dieses Thema vollständig. Die übliche Kürze ist hier nachrangig.“ So erkennst du, ob deine Ebenen verständlich aufgebaut sind.
Bewahre eine freigegebene Fassung außerhalb des Einstellungsfeldes auf. Vermerke Datum und Anlass der letzten Änderung. Wenn ein neuer Text schlechter funktioniert, kannst du die Änderung nachvollziehen, statt das gesamte Regelwerk aus Erinnerung neu zu schreiben.
Ändere pro Test nur einen Abschnitt. Wenn du gleichzeitig Zielgruppe, Ton und Ausgabeformat neu schreibst, lässt sich die Wirkung nicht zuordnen. Dokumentiere Änderung, Testfrage und beobachtetes Ergebnis.
Ein Prüfprompt lautet: „Prüfe deine letzte Antwort gegen meine eigenen Anweisungen. Erstelle eine Tabelle mit Regel, erfüllter Textstelle und Abweichung. Ändere die Antwort noch nicht.“ Kontrolliere diese Selbstprüfung selbst, denn das Modell kann eigene Verstöße übersehen.
Typische Fehler
Zu allgemeine Wünsche
Begriffe wie professionell, hochwertig oder überzeugend lassen zu viel Spielraum. Übersetze sie in sichtbare Anforderungen an Wortwahl, Quellen und Aufbau.
Zu viele Verbote
Eine lange Verbotsliste macht Antworten steif. Formuliere zusätzlich, was stattdessen passieren soll. Aus „keine langen Erklärungen“ wird „nenne zuerst die direkte Antwort und erläutere nur nötige Schritte“.
Auftragsdaten werden dauerhaft gespeichert
Einzelne Produktnamen, Termine und Fokusbegriffe veralten. Halte sie aus allgemeinen Anweisungen heraus und übergib sie im passenden Chat.
Keine regelmäßige Pflege
Arbeitsweisen ändern sich. Prüfe deine Anweisungen nach größeren Änderungen und entferne überholte Regeln. Eine kurze aktuelle Fassung ist hilfreicher als eine lange Sammlung früherer Wünsche.
Eigene Anweisungen für verschiedene Aufgaben trennen
Eine einzige lange Regel eignet sich selten für alle Aufgaben. Beim Schreiben eines Blogartikels brauchst du andere Vorgaben als bei einer kurzen Antwort auf einen Kommentar. Lege deshalb zuerst fest, welche Regeln immer gelten und welche nur für einen bestimmten Arbeitsbereich gedacht sind. Allgemeine Regeln betreffen zum Beispiel deine bevorzugte Ansprache, kurze Absätze und den Umgang mit ungeprüften Behauptungen.
Aufgabenbezogene Angaben gehören dagegen in den jeweiligen Auftrag. Dazu zählen das Fokus Schlüsselwort, die gewünschte Textlänge, die Anzahl der Bilder und die Zielseite eines Links. Wenn du solche Angaben dauerhaft speicherst, können sie später in unpassenden Gesprächen auftauchen. Trenne deshalb deinen festen Schreibstil von wechselnden Daten eines einzelnen Projekts.
Für deine Blogarbeit kann eine allgemeine Anweisung etwa lauten: „Schreibe klar und direkt. Sprich den Leser mit du an. Erfinde keine Erfahrungen. Prüfe veränderliche Angaben anhand aktueller Quellen und kennzeichne Unsicherheit konkret.“ Den jeweiligen Artikelauftrag ergänzt du danach um Thema, Suchabsicht, Fokus Suchbegriff, Umfang und Bildvorgaben.
Ein praktischer Aufbau in vier Blöcken
Ordne deine eigenen Anweisungen in vier kurze Blöcke. Der erste Block beschreibt Rolle und Zielgruppe. Der zweite legt Sprache und Aufbau fest. Der dritte regelt Fakten, Quellen und persönliche Aussagen. Der vierte nennt feste Ausschlüsse. Diese Ordnung erleichtert die Prüfung, weil du eine neue Regel an der passenden Stelle ergänzt.
- Rolle und Zielgruppe: Nenne den Themenbereich und die Menschen, für die du schreibst.
- Sprache und Aufbau: Lege Ansprache, Absatzlänge, Überschriften und bevorzugte Ausgabeform fest.
- Fakten und Quellen: Bestimme, wann aktuelle Angaben geprüft und Unsicherheiten genannt werden müssen.
- Ausschlüsse: Notiere wenige klare Wörter, Behauptungen oder Darstellungen, die nicht erscheinen sollen.
Vermeide Regeln, die sich gegenseitig blockieren. „Antworte immer in drei Sätzen“ passt nicht zu „Erkläre jeden Schritt vollständig“. Formuliere stattdessen eine Reihenfolge: Die direkte Antwort steht zuerst. Zusätzliche Schritte folgen nur, wenn sie für eine sichere oder vollständige Umsetzung nötig sind.
KI Unterstützung richtig kontrollieren
Eigene Anweisungen sparen wiederkehrende Korrekturen, ersetzen aber keine Endkontrolle. Prüfe bei jedem wichtigen Ergebnis Namen, Zahlen, Links, Termine und persönliche Aussagen. Achte besonders darauf, ob die Antwort eine allgemeine Stilregel über den konkreten Auftrag gestellt hat.
Nutze für die Kontrolle einen zweiten kurzen Auftrag: „Vergleiche den Entwurf mit meinen Vorgaben. Liste nur Abweichungen auf und nenne die betroffene Textstelle.“ Danach entscheidest du selbst, welche Änderung sinnvoll ist. So bleibt die Prüfung getrennt von der ersten Texterstellung und du erkennst Widersprüche leichter.
Checkliste vor dem Speichern
- Die Zielgruppe ist ohne erfundene Eigenschaften beschrieben.
- Sprache und Ton sind prüfbar formuliert.
- Fakten und veränderliche Angaben erhalten eine Quellenregel.
- Allgemeine Regeln sind von Projektvorgaben getrennt.
- Einmalige Auftragsdaten fehlen.
- Widersprüche wurden entfernt.
- Sensible Daten sind nicht enthalten.
- Die Anweisungen wurden mit mehreren Aufgaben getestet.
- Die menschliche Endkontrolle bleibt ausdrücklich bestehen.
Wenn du ChatGPT eigene Anweisungen erstellen willst, starte mit den häufigsten Korrekturen. Formuliere wenige klare Regeln, teste sie an mehreren Aufgaben und pflege sie regelmäßig. Prüfe Änderungen bewusst. So unterstützt die Personalisierung deinen Arbeitsstil, ohne den konkreten Auftrag oder deine Verantwortung zu ersetzen.


