Inhaltsverzeichnis
- Was Produkttester tatsächlich machen
- Produkttester werden ohne Vorleistung
- Anbieter vor der Anmeldung prüfen
- Produkt behalten oder Geld erhalten
- Ehrliche Bewertung statt fünf Sterne Auftrag
- Werbung klar kennzeichnen
- Einnahmen und Produkte dokumentieren
- Ein eigener Produkttest auf dem Blog
- So startest du mit einem kleinen Test
Produkttester werden klingt nach kostenlosen Waren und leichtem Geld. In der Praxis erhalten Tester oft nur ein Produkt, einen Gutschein oder eine kleine Vergütung. Manche Angebote verlangen viel Zeit. Andere sammeln Daten oder führen unbemerkt in ein kostenpflichtiges Abo.
Ein seriöser Produkttest verlangt eine ehrliche Rückmeldung. Niemand darf dir eine positive Bewertung vorschreiben. Prüfe deshalb Auftrag, Gegenleistung und Bedingungen, bevor du persönliche Daten angibst oder etwas bestellst.
Dieser Beitrag wurde am 21. August 2026 anhand aktueller Hinweise der Verbraucherzentrale und der offiziellen Amazon Richtlinien geprüft.

Was Produkttester tatsächlich machen
Unternehmen lassen Produkte vor oder nach dem Verkaufsstart prüfen. Tester beantworten Fragen zur Verpackung, Bedienung, Qualität oder Verständlichkeit. Je nach Auftrag füllst du einen Fragebogen aus, schreibst einen internen Bericht oder veröffentlichst eine gekennzeichnete Bewertung.
Diese Aufgaben sind nicht dasselbe:
- Ein interner Test geht nur an den Auftraggeber.
- Eine öffentliche Rezension erscheint in einem Shop.
- Ein Social Media Beitrag ist Werbung, wenn du eine Gegenleistung erhältst.
- Ein redaktioneller Produkttest bewertet Vorzüge und Nachteile auf deiner eigenen Seite.
Lies genau, welche Form verlangt wird. Eine kostenlose Ware ist ebenfalls eine Gegenleistung. Sie darf dein Urteil nicht bestimmen.

Produkttester werden ohne Vorleistung
Zahle keine Aufnahmegebühr, um angeblich Zugang zu Tests zu erhalten. Kaufe auch kein teures Starterpaket. Ein seriöser Auftrag erklärt vorab, wer das Produkt stellt, was du tun sollst und welche Gegenleistung vereinbart ist.
Vorsicht gilt bei diesem Ablauf:
- Du sollst ein Produkt zuerst selbst kaufen.
- Die Erstattung wird erst nach einer positiven Bewertung versprochen.
- Der Kontakt läuft nur über einen Messenger.
- Das Impressum fehlt oder ist unvollständig.
- Du sollst Ausweis, Bankzugang oder Kreditkartendaten senden.
- Eine Probe führt in ein Abo.
Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor Datenabfragen für angebliche Produkttests, nach denen Betroffene Rechnungen für Zeitschriftenabos erhielten. Auf der Seite Vorsicht bei Rechnungen der PVZ beschreibt sie Fälle mit Laufzeiten von bis zu 13 Monaten.
Anbieter vor der Anmeldung prüfen
Öffne zuerst das Impressum. Suche nach Firmenname, ladungsfähiger Anschrift und Kontaktmöglichkeit. Vergleiche diese Angaben mit der Datenschutzerklärung und den Teilnahmebedingungen.
Prüfe anschließend:
- Welche Daten werden verlangt?
- Für welchen Zweck werden sie verwendet?
- Werden Daten an weitere Unternehmen gegeben?
- Musst du das Produkt zurücksenden?
- Wer trägt Versand und Rücksendung?
- Gibt es ein Abo oder eine automatische Verlängerung?
Nutze für jede Anmeldung ein eigenes starkes Passwort. Der Beitrag Passwortmanager einrichten erklärt den sicheren Umgang mit vielen Konten.
Produkt behalten oder Geld erhalten
Die Gegenleistung muss vor dem Test feststehen. Manchmal darfst du das Produkt behalten. Manchmal bekommst du Punkte, einen Gutschein oder einen festen Betrag. Bei teuren Waren ist oft eine Rücksendung vorgesehen.
Rechne deinen Aufwand nüchtern. Ein Produkt im Wert von 20 Euro ist keine Einnahme von 20 Euro, wenn du es nicht brauchst und zwei Stunden für Test, Fotos und Bericht aufwendest.
Notiere für jeden Auftrag:
- Zeitaufwand
- erhaltenes Produkt
- Geld oder Gutschein
- eigene Ausgaben
- Rücksendekosten
- Datum der Auszahlung
So erkennst du nach einigen Tests, welche Aufträge sich für dich lohnen. Einen Überblick über weitere Möglichkeiten findest du im Beitrag Nebenverdienst von zu Hause.
Ehrliche Bewertung statt fünf Sterne Auftrag
Ein Auftraggeber darf Fragen stellen und eine ausführliche Rückmeldung verlangen. Er sollte aber keine bestimmte Sternezahl oder ausschließlich positive Aussagen verlangen.
Die Verbraucherzentrale beschreibt bei gefälschten Rezensionen, dass kostenlose oder vergünstigte Produkte teils an positive oder nur scheinbar kritische Bewertungen gekoppelt werden. Solche Bewertungen täuschen Käufer.
Auch Amazon verfolgt laut seiner Anti Manipulationsrichtlinie eine strenge Linie gegen falsche, irreführende oder manipulierte Rezensionen. Eine Rückerstattung gegen eine gewünschte Bewertung kann gegen die Plattformregeln verstoßen.
Lehne einen Auftrag ab, wenn du den Text vorgegeben bekommst oder eine Erstattung nur für fünf Sterne erhältst.
Werbung klar kennzeichnen
Veröffentlichst du einen Beitrag auf deinem Blog oder in sozialen Medien und erhältst dafür Geld, ein kostenloses Produkt oder einen anderen Vorteil, muss die kommerzielle Verbindung erkennbar sein.
Ein klarer Hinweis lautet:
Werbung. Das Produkt wurde mir kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Der Anbieter hatte keinen Einfluss auf meine Bewertung.
Ein kostenloses Produkt macht aus deinem Bericht nicht automatisch eine positive Empfehlung. Nenne Nachteile, fehlende Funktionen und die Zielgruppe, für die das Produkt nicht passt.
Wenn du zusätzlich einen Affiliate Link verwendest, kennzeichne auch diesen. Auf deiner Webseite setzt du rel="sponsored". Die Einzelheiten erklärt der Beitrag Affiliate Links richtig kennzeichnen.
Einnahmen und Produkte dokumentieren
Regelmäßige Geldzahlungen und wertvolle Produkte können steuerlich relevant sein. Ob eine konkrete Gegenleistung als Einnahme zählt und wie sie bewertet wird, hängt von deiner Tätigkeit und dem Einzelfall ab.
Bewahre deshalb Aufträge, Auszahlungsbelege und Angaben zum Produktwert auf. Trenne private Käufe von Testaufträgen. Kläre wiederkehrende Tests mit deinem Finanzamt oder einer steuerlichen Fachkraft.
Wenn du Produkttests dauerhaft mit Gewinnerzielungsabsicht betreibst, kann außerdem eine gewerbliche Tätigkeit vorliegen. Der Beitrag Online Business Gewerbe anmelden erklärt die ersten Fragen. Er ersetzt keine steuerliche Beratung.
Ein eigener Produkttest auf dem Blog
Ein eigener Blog gibt dir mehr Platz als eine kurze Shop Bewertung. Du kannst Preis, Bedienung, Vorzüge, Grenzen und Alternativen getrennt darstellen. Schreibe nur von eigenen Erfahrungen, wenn du das Produkt tatsächlich verwendet hast.
Ein nachvollziehbarer Aufbau umfasst:
- Ausgangslage und Ziel des Tests
- erhaltenes Produkt und Art der Gegenleistung
- geprüfte Funktionen
- positive und negative Beobachtungen
- Preis und Bedingungen am Prüfdatum
- klare Einordnung für passende Nutzer
Vermeide Überschriften wie „Bester Produkttest aller Zeiten“. Nenne stattdessen Produkt, Prüfpunkt und Zielgruppe. Aktualisiere Preis und Verfügbarkeit, wenn der Bericht länger online bleibt.
So startest du mit einem kleinen Test
Lege eine eigene E Mail Adresse für Testportale an. Melde dich zunächst nur bei einem Anbieter an. Lies Bedingungen und Datenschutz vollständig. Nimm keinen Auftrag an, bei dem du zuerst Geld überweisen oder fremde Zahlungsdaten verwenden sollst.
Wähle ein Produkt, das du verstehst und selbst gebrauchen kannst. Dokumentiere den Zustand beim Empfang. Erledige die vereinbarte Rückmeldung und behalte eine Kopie.
Produkttester werden eignet sich als kleiner Nebenverdienst, nicht als verlässliches Einkommen. Entscheidend sind klare Bedingungen, ehrliche Bewertungen und ein sorgfältiger Umgang mit deinen Daten. Lehne bezahlte Wunschbewertungen, Vorleistungen und unklare Abos konsequent ab.


