KI Inhalte kennzeichnen: Das gilt ab August 2026

KI Inhalte kennzeichnen und am Laptop prüfen

KI Inhalte kennzeichnen: Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Acts. Das betrifft Anbieter von KI Systemen und Unternehmen, die bestimmte erzeugte oder bearbeitete Inhalte veröffentlichen. Für Blogger, Affiliates und kleine Online Projekte stellt sich deshalb eine einfache Frage: Muss künftig jeder Text aus ChatGPT einen Hinweis tragen?

Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht jeder mit KI vorbereitete Blogtext braucht automatisch ein großes Warnschild. Die Regeln unterscheiden nach Inhalt, Zweck und Art der Veröffentlichung. Deepfakes und bestimmte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse stehen stärker im Fokus als eine überarbeitete Produktbeschreibung.

Dieser Beitrag erklärt den Stand vom 28. Juli 2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Die konkrete Einordnung hängt davon ab, wie stark KI den Inhalt geprägt hat und wofür du ihn veröffentlichst.

KI Inhalte kennzeichnen bei bearbeiteten Bildern

Warum du KI Inhalte kennzeichnen solltest

Eine Kennzeichnung erfüllt zwei Aufgaben. Sie hilft Lesern, künstlich erzeugte Inhalte zu erkennen. Gleichzeitig schützt sie das Vertrauen in deine Seite. Wer ein künstlich erzeugtes Bild als echtes Ereignis darstellt, täuscht sein Publikum. Wer dagegen offen sagt, dass eine Illustration mit KI erstellt wurde, schafft Klarheit.

Die Europäische Kommission erklärt zu Artikel 50, dass die Vorgaben ab 2. August 2026 gelten. Anbieter generativer Systeme müssen bestimmte Ausgaben maschinenlesbar markieren. Nutzer solcher Systeme müssen vor allem bei Deepfakes und bestimmten Veröffentlichungen von öffentlichem Interesse Hinweise geben.

Die Verantwortung endet deshalb nicht beim Anbieter des Werkzeugs. Wenn du KI beruflich für öffentliche Inhalte einsetzt, solltest du deinen eigenen Ablauf prüfen.

KI Inhalte kennzeichnen und redaktionell kontrollieren

Transparenz ist mehr als ein Pflichtsatz

Ein Hinweis bringt wenig, wenn der Inhalt voller Fehler bleibt. Du bleibst für Namen, Zahlen, Quellen und Aussagen verantwortlich. Das gilt auch dann, wenn ein Werkzeug den Entwurf in Sekunden geliefert hat.

Wie du KI sinnvoll als Arbeitsmittel nutzt, zeigt der Beitrag Geld verdienen mit ChatGPT. Entscheidend ist dort wie hier: Das Werkzeug liefert Material. Du prüfst und verantwortest das Ergebnis.

Was Artikel 50 des EU AI Acts verlangt

Artikel 50 unterscheidet zwischen Anbietern und Nutzern von KI Systemen. Anbieter müssen Ausgaben bestimmter generativer Systeme so gestalten, dass künstlich erzeugte oder veränderte Inhalte maschinenlesbar erkennbar sind. Für kleine Blogger ist meist die zweite Gruppe wichtiger: professionelle Nutzer, die Inhalte veröffentlichen.

Die offiziellen Erläuterungen des AI Act Service Desk nennen insbesondere Deepfakes und KI erzeugte Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen. Hinweise müssen klar, unterscheidbar und zugänglich sein.

Deepfakes und Texte von öffentlichem Interesse

Ein Deepfake ist ein künstlich erzeugter oder manipulierter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der echten Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähnelt und fälschlich echt wirkt. Veröffentlichst du solches Material beruflich, musst du die künstliche Erzeugung oder Bearbeitung in der Regel offenlegen.

Bei Texten ist die Pflicht enger. Sie betrifft KI erzeugte oder bearbeitete Texte, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse zu informieren. Eine Ausnahme greift, wenn ein Mensch den Inhalt redaktionell prüft und die redaktionelle Verantwortung übernimmt. Genau hier zählt ein dokumentierter Prüfprozess.

Nicht jede Preisbeschreibung, E Mail oder Checkliste ist deshalb automatisch betroffen. Politische, gesellschaftliche, gesundheitliche oder wirtschaftliche Nachrichten verdienen jedoch besondere Aufmerksamkeit.

Welche Blog Inhalte einen Hinweis brauchen

Für deinen Alltag hilft eine Einteilung nach Risiko. Ein KI Bild, das nur eine abstrakte Idee darstellt, ist leichter einzuordnen als ein täuschend echtes Foto einer Person. Ein Ratgeber über die Bedienung eines Programms ist weniger sensibel als ein KI Text über eine aktuelle Wahl oder eine Gesundheitswarnung.

Ein Hinweis ist besonders sinnvoll oder erforderlich, wenn du:

  • ein täuschend echtes KI Bild einer realen Person veröffentlichst,
  • Stimme oder Video einer Person künstlich nachbildest,
  • ein reales Ereignis mit KI Material scheinbar dokumentierst,
  • KI Texte zu Themen von öffentlichem Interesse ohne ausreichende redaktionelle Kontrolle veröffentlichst,
  • Leser sonst über die Herkunft des Inhalts irren könnten.

Bei normalen Ratgeberartikeln solltest du trotzdem offen arbeiten. Ein kurzer Hinweis in der Autorenbox oder im Redaktionshinweis erklärt, dass KI bei Recherche, Gliederung oder Formulierung geholfen hat und der fertige Inhalt redaktionell geprüft wurde.

Wenn du mit KI bezahlte Texte erstellst, findest du im Beitrag Texte schreiben mit KI und Geld verdienen passende Arbeitsfelder. Vereinbare mit Auftraggebern vorab, ob und wie der Einsatz offengelegt werden soll.

So formulierst du klare Kennzeichnungen

Eine Kennzeichnung muss verständlich sein. Begriffe wie „synthetischer Medieninhalt“ wirken korrekt, helfen vielen Lesern aber wenig. Schreibe konkret, was die KI gemacht hat.

Beispiele für Text, Bild und Video

  • Text: „Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.“
  • Illustration: „Beitragsbild mit KI erstellt. Es zeigt keine reale Person oder Situation.“
  • Bearbeitetes Foto: „Dieses Foto wurde mit KI verändert. Hintergrund und Kleidung entsprechen nicht der Originalaufnahme.“
  • Stimme: „Die Sprecherstimme wurde künstlich erzeugt.“
  • Video: „Dieses Video enthält KI erzeugte Szenen und zeigt kein reales Ereignis.“

Platziere den Hinweis dort, wo der Inhalt erscheint. Ein versteckter Satz im Impressum reicht bei einem täuschend echten Video nicht. Beim Bild eignen sich Bildunterschrift und Alt Text. Beim Video gehört der Hinweis an den Anfang oder gut sichtbar in die Beschreibung.

Der Alt Text dient zuerst der Barrierefreiheit. Beschreibe daher den Bildinhalt und ergänze die KI Herkunft nur knapp, wenn sie für das Verständnis wichtig ist.

Deinen redaktionellen Ablauf dokumentieren

Ein sauberer Ablauf ist wichtiger als ein pauschaler Hinweis unter jeder Seite. Notiere, welches Werkzeug du genutzt hast, welche Teile es erstellt hat und wer Fakten sowie Quellen geprüft hat. Bei späteren Änderungen erkennst du so, wie der Inhalt entstanden ist.

Eine einfache Prüfliste reicht:

  1. KI Einsatz und Zweck notieren.
  2. Namen, Zahlen, Zitate und Links an Originalquellen prüfen.
  3. Rechte an Bildern, Marken und fremden Texten klären.
  4. Entscheiden, ob eine sichtbare Kennzeichnung nötig oder sinnvoll ist.
  5. Hinweis direkt beim Inhalt einfügen.
  6. Datum und verantwortliche Person festhalten.

Prüfe außerdem Werbung getrennt von der KI Kennzeichnung. Ein Hinweis auf KI ersetzt keine Werbekennzeichnung. Wenn du Provisionen erhältst, hilft dir der Leitfaden Affiliate Links richtig kennzeichnen.

Was du vor dem 2. August 2026 erledigen solltest

Durchsuche deinen Blog nach KI Bildern, künstlichen Stimmen und Videos. Prüfe zuerst Inhalte, die echte Menschen oder Ereignisse darstellen. Ergänze dort klare Hinweise. Danach legst du eine feste Textvorlage für künftige Beiträge an.

Die Kommission hat zusätzlich einen Kodex für Transparenz bei KI Inhalten veröffentlicht. Er soll bei der praktischen Anwendung helfen. Für einen kleinen Blog bleibt der Kern überschaubar: Herkunft erkennen, sensible Inhalte prüfen, Hinweise verständlich setzen und redaktionelle Verantwortung übernehmen.

KI Inhalte kennzeichnen heißt nicht, jeden Satz mit einem Warnhinweis zu versehen. Es heißt, Leser nicht über künstlich erzeugte Personen, Ereignisse oder öffentliche Informationen zu täuschen.

Nutze KI weiter als Werkzeug. Prüfe das Ergebnis jedoch wie einen fremden Entwurf. Wenn du aktuelle Nachrichten, Gesundheit, Finanzen oder Politik behandelst, brauchst du einen strengeren Prüfprozess. Bei unklaren Fällen solltest du rechtlichen Rat einholen, bevor du den Inhalt veröffentlichst.


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